Häufige Fragen

Grundlegendes zu LIFT

Wer steckt hinter LIFT?

Die Trägerschaft von LIFT ist das NSW / RSE (Netzwerk für sozialverantwortliche Wirtschaft). Das NSW / RSE ist unabhängig, politisch und konfessionell neutral und setzt sich für die soziale Verantwortung der Wirtschaft ein. LIFT wird vom Bund (BSV) und verschiedenen Kantonen ideell und finanziell unterstützt.

Welche Dienstleistungen bietet das NSW / RSE den lokalen LIFT-Trägerschaften an?

In der Startphase hilft das LIFT-Team bei den notwendigen Vorbereitungen zum Aufbau der lokalen LIFT-Einheit beratend mit. Leitfaden, Handbuch, Dokumente und Vorlagen werden abgegeben. Das Kompetenzzentrum LIFT in Bern steht zudem auch später für alle Fragen zur Verfügung und sorgt für eine Vernetzung der teilnehmenden Schulen. Neue Erfahrungen und Erkenntnisse werden allen LIFT-Schulen zur Verfügung gestellt. Diese Dienstleistungen sind für die Schulen kostenlos.

Was ist der Nutzen von LIFT?

LIFT führt Jugendliche mit erschwerten Voraussetzungen mit geeigneter Unterstützung in die Arbeitswelt oder in eine zielgerichtete Anschlusslösung. Für einen direkten Übertritt von der Volksschule in die Erwerbstätigkeit werden mit LIFT bessere Voraussetzungen geschaffen und Jugendarbeitslosigkeit verhindert.

Was ist ein Wochenarbeitsplatz (WAP)?

In einem Betrieb im Einzugsgebiet der Schule verrichten LIFT-Jugendliche ab 13 Jahren in der schulfreien Zeit während 2 – 3 Stunden pro Woche einfache Arbeiten. Sie arbeiten regelmässig und mindestens 3 Monate im gleichen Betrieb und werden durch LIFT begleitet. An den WAP sammeln sie wichtige und praktische Erfahrungen und erhalten für ihre Tätigkeit ein Entgelt von Fr. 5.- bis 8.- pro Stunde.

Sind WAP und Schulaufgaben nebeneinander leistbar?

Ja. In der Regel arbeiten LIFT-Jugendliche an einem Mittwochnachmittag 2 – 3 Stunden. Sie dürfen nicht verglichen werden mit Schülern in schulisch anspruchsvollen Leistungsstufen, die durch Hausaufgaben oft stark gefordert werden. Wochenplatzarbeit ist eine sinnvolle und willkommene Freizeitbeschäftigung, für die zudem ein kleiner Lohn bezahlt wird. Für Aufgaben haben die LIFT-Jugendlichen nach dem WAP trotzdem noch genügend Zeit.

Welche Betriebe eignen sich für WAP?

Alle Betriebe, in denen einfache und ungefährliche Arbeiten anfallen, eignen sich als WAP-Betrieb. Diese müssen keine Lehrlinge ausbilden oder später eine Lehrstelle anbieten können. Wichtig ist, dass eine geeignete Person zur Betreuung und als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Einfache Arbeiten können sein: auspacken, sortieren, reinigen, ordnen, einräumen, Botengänge erledigen etc. Es ist durchaus möglich, dass die Jugendlichen mit der Zeit auch für anspruchsvollere Arbeiten eingesetzt werden können.

Warum setzt LIFT so früh ein?

Der Beginn im 7. Schuljahr ist ein Teil des Erfolges von LIFT. Die Angewöhnung an die Regeln der Arbeitswelt hat viel mit grundsätzlichen Verhaltensänderungen zu tun. Bei den avisierten Jugendlichen können nicht kurzfristig nachhaltige Veränderungen erzielt, sondern müssen über einen längeren Zeitraum erarbeitet und begleitet werden. Die regelmässigen Erfahrungen am Wochenarbeitsplatz werden kontinuierlich in den Modulkursen verarbeitet und die Rückmeldungen aus den Betrieben geben konkrete Anhaltspunkte zu Stärken und Schwächen, damit individuelle Zielsetzungen erarbeitet und umgesetzt werden können.

Ersetzt LIFT den Berufswahlunterricht?

Nein. Alle teilnehmenden Schulen, müssen über ein Berufswahlkonzept verfügen, das in das LIFT integriert wird. LIFT läuft parallel und synergetisch zu bereits bestehenden Angeboten an der jeweiligen Schule bzw. in der Standortgemeinde.

Können mit LIFT Lehrabbrüche verhindert werden?

Grundsätzlich sind LIFT-Jugendliche sorgfältig auf den Berufseinstieg und bei ihrer Berufswahl begleitet worden. Sie haben bereits praktische Erfahrungen gesammelt und haben realistische Vorstellungen von der Arbeitswelt. In der Pilotphase von LIFT waren am Ende der Lehr-Probezeit keine Abbrüche zu verzeichnen.

Braucht es LIFT auch bei einem künftig grösseren Lehrstellen-Angebot?

LIFT richtet sich gezielt an schwächere Jugendliche, die auch weiterhin für ihre Arbeitsmarktfähigkeit zusätzliche Unterstützung benötigen. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

Ist LIFT eine Konkurrenz zum Case Management?

Nein. LIFT bereitet Jugendliche bereits ab dem 7. Schuljahr auf den Übertritt in die Arbeitswelt vor und verbessert dadurch ihre Lehrstellenchancen markant. Dies verhindert, dass einzelne Jugendliche durch das CM betreut werden müssen. LIFT ist als Präventionsprojekt eine Ergänzung und keine Konkurrenz zum CM. LIFT ist zudem ein Angebot, das sich ausschliesslich auf die Sekundarstufe I bezieht, während CM ab dem 8. Schuljahr über die Lehrzeit hinweg bis zur Stellensuche wirksam sein kann.

Ist LIFT eine weitere Reform?

Nein. LIFT ist keine Schulreform, sondern ein schulergänzendes Element, welches für alle Schulstrukturen geeignet ist. LIFT sorgt für eine spürbare Entlastung der Lehrpersonen, wenn es um die Hinführung zur Arbeitswelt und die Unterstützung bei der Lehrstellensuche geht